ECCErlanger Campingclub e.V. im ADAC

Ausfahrten 2020

Ancampen auf dem Cpl. Bamberg

Es wäre ein schönes Treffen geworden, wenn auch das Wetter wie häufig nicht mitspielen wollte. Aber "wäre". In der Realität hatten wir im Rahmen des "Lockdowns", bedingt durch die durch SARS-CoV2 verursachte Pandemie alles abgesagt. Campingplätze waren geschlossen, Ausflugsstätten ebenso und sonstige Events wie Dampfeisenbahn fanden auch nicht statt.
Somit mussten wir alles absagen und die gemeldeten Teilnehmer bekamen ihr bereits gezahltes Geld zurück. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Das Programm steht ja bereits und wird in leicht angepasster Version das Ancampen 2021 bilden.


Spargelerlebnis 2020

Auch dieses Ereignis fiel dem Lockdown zum Opfer und wurde bereits vom Veranstalter abgesagt.

Sommerausfahrt auf den Campingplatz Gunzenberg in Pöhl

Nachdem mit dem 08. Juni die Restriktionen in Sachsen bzgl. Campingplatz-Aufenthalt weitestgehend gelockert wurden, war dieses Treffen wieder realistisch. Es durften zwar offiziell keine Gruppen aufgenommen werden, aber auf dem Platz wurde dies nicht ganz so eng gesehen. Um die Anmeldung zu vereinfachen, hatte Günter unsere Daten schon im Vorfeld an den Platz gemeldet. Damit niemand Anstoß daran nehmen konnte, hatten wir auf unsere Fahne verzichtet. Aber zumindest standen wir alle zusammen auf der Zeltwiese. Diese hatte den Vorteil, dass es keine Platzzuweisungen gab und wir alles in Eigenregie organisieren durften. Dadurch war es ein Treffen wie zu "alten" Zeiten.

Der Aufbau am Sonntag erfolgte bei schönem Wetter. Bis wir fertig waren, war es allerdings für eine gemeinsame Kaffeetafel schon zu spät. Günter hatte ja in der Camping-Gaststätte für uns reserviert und so trafen wir uns am Abend wieder alle dort. Auch hier war alles bestens organisiert.

Am nächsten Morgen fuhren wir nach der allgemeinen Begrüßung zur Göltzschtalbrücke nach Netzschkau. Es handelt sich hier um die größte Ziegelsteinbrücke der Welt. Sie wurde bereits Mitte des 19. Jahrhunderts gebaut. Da es damals noch keinen Zement gab, wurde zum ersten Mal Alaun verwendet. Dies gibt es hier in der Gegend häufig. Und schlecht war diese Entscheidung jedenfalls nicht: nach 170 Jahren steht die Brücke immer noch und bedarf keiner Reparatur. Sie ist, wie ihre kleine Schwester, die Elstertalbrücke, ein wichtiger Baustein in der Eisenbahnverbindung Leipzig - Nürnberg und auch heute noch im normalen Betrieb.
Gegen Mittag fuhren wir wieder auf den Campingplatz zurück. Hier gingen einige in der Talsperre schwimmen und zur gemeinsamen Kaffeetafel trafen wir uns wieder bei unseren Fahrzeugen. Die meisten saßen noch lange zusammen.

Am Dienstag war eine Teilbesichtigung von Plauen geplant. Nachdem jeder sein Auto in der Stadt verstaut hatte trafen wir uns pünktlich bei den Weberhäuser . Diese sind die ältesten Häuser der Start, schon einige 100 Jahre alt. Im wildromantischen Stadtquartier an der Elsteraue befinden sich in den winzigen Gebäuden fünf Werkstätten und ein Museumshaus. Hier kann man einiges über das Leben und Arbeiten in dieser Zeit erfahren.

Nachmittags besuchten wir die Schaustickerei Plauen. Plauen war ja früher durch durch seine kunstvollen Stickereien bekannt. Inzwischen kann man mit dieser Kunst allerdings kaum noch Geld verdienen. Damit sie aber nicht ganz in Vergessenheit gerät, hat man diese Schaustickerei als Museum geschaffen. In Original-Gebäuden erfährt man hier alles über die Entwicklung und die Blütezeit der Stickerei.
Wieder auf dem Campingplatz war es zwar für eine Kaffeetafel zu spät aber das Wasser der Talsperre lockte doch für einen Schwimm-Durchgang. Gefühlt hatte das Wasser ca. 20 - 22°, also durchaus angenehm erfrischend.

Am nächsten Tag waren wir in Syrau. Zuerst besichtigten wir die Drachenhöhle. Dies ist ein Tropfsteinhöhlensystem. Es ging also immer wieder auf und ab und es ist kühl und feucht. Am Ende wurde über einem natürlichen unterirdischem See eine Lasershow zur Geschichte der Höhle dargeboten.
Auf dem Weg zur etwa 1,5 km entfernten Windmühle konnten wir noch in einem Lokal sehr gut zu Mittag essen. Auch dies war natürlich so geplant und auch für uns reserviert.
Nach dem Besuch der Windmühle ging es wieder zurück zur Drachenhöhle. Dort standen ja unsere Fahrzeuge. Wieder auf dem Campingplatz lud das Wetter gleich wieder zu einem Sprung in den See ein.

Mit dem Wetter hatten wir ja bis jetzt wirklich Glück gehabt, immer deutlich über 20°C, sonnig und trocken, während es in den anderen Teilen Deutschlands zum Teil Dauerregen gab. Doch das änderte sich heute. Noch im Dunkeln begann es zu regnen und es sollte heute auch nicht mehr aufhören. Geplant war eine Besichtigung des Besucherbergwerks Alaunwerk Mühlwand in Reichenbach. Hier unter Tage ist es immer nass, sodass wir das Wetter draußen gar nicht bemerkten. Der Abbau des Alaun-Salzes erfolgte in den Jahren 1691 bis 1828. Es wurde zum Weißgerben, Beizen, Blutstillen und vor allem zum Schönfärben von Tuchen eingesetzt. Später ersetzte frühindustrielle Schwefelsäure viele Alaunanwendungen und die Gruben wurden unrentabel. Inzwischen wird diese Grube nur noch als Besucherbergwerk betrieben. Wieder auf dem Campingplatz zog sich jeder in seine Behausung zurück. Der Dauerregen ließ auch nicht viel mehr zu. Erst nach 23 Uhr hörte der Regen dann auf.

Der Freitag begann mit blauem Himmel und viel Sonnenschein. Das gestrige Regenband war nach Nord-Osten weitergezogen. So fuhren wir nach Steinsdorf. Hier gibt es zum Einen die alte Kirche und zum Anderen eine Schmiede zu besichtigen. Da beide relativ klein sind, teilten wir uns in entsprechende Gruppen auf.
Die Steinsdorfer Kirche ist eine kleine barocke Dorfkirche im Vogtland. Sie ist vermutlich um 1400 entstanden, wurde immer wieder renoviert und aktualisiert. Größere Umbauten waren 1704 und 1712. Wie bei allen alten Gebäuden ist sie eine permanente Baustelle, hat aber ihren Charme bewahrt. Das Altarsbild besteht aus einer Alltagsseite und einer Festtagsseite. Beide wurden uns gezeigt und ausreichend erklärt.
Als nächstes besuchten wir die kleine aber feine Schmiede im Ort. Sie ist nur wenige Meter von der Kirche entfernt und Bestandteil eines mehr als 250 Jahre alten Zweiseit-Hofes. Wir konnten nicht nur die Herstellung eines Drehspießes sehen, auch komplette Kurse mit selbst-schmieden werden hier angeboten.

Nach einem ausgiebigen und sehr guten Mittagessen gingen wir weiter zur Falknerei Herrmann. Neben einigen Flugvorführungen wurde uns auch sehr viel über die Vögel erklärt. Man konnte richtig sehen, wie engagiert hier das Personal ist - eine tolle und empfehlenswerte Vorführung. Die Eintrittskarte hier ist auch zugleich das Ticket für eine Rundfahrt auf der Talsperre Pöhl.

Zu Fuß oder mit dem Fahrrad ging es am nächsten Morgen zur Anlegestelle der Schiffe für eine Rundfahrt auf der Talsperre. Das Ticket hatten wir ja schon gestern erworben und so konnten wir gleich auf das wartende Schiff. Das Wetter war leicht durchwachsen. Es fielen zwar einige Tropfen, aber die störten nicht. Auf der einstündigen Fahrt wurde viel zur Entstehung der Talsperre erzählt. An der tiefsten Stelle überquerten wir das alte Dorf Pöhl. Es wurde beim Bau geflutet und neben dem nun entstandenen See neu erbaut.
Nach der Rundfahrt ging es wieder auf den Campingplatz zurück. Die Lagerfeuerstelle sowie der daneben liegende Pavillon waren heute für uns reserviert. Das Ganze ist sehr schön angelegt und von unseren Wohnwagen bequem zu Fuß zu erreichen. Es kam nach langen Jahren mal wieder unser großer Topf zum Einsatz. Jeder kippte etwas rein und unsere Damen schmeckten das Ganze zu einem guten Eintopf ab. Man sollte es kaum glauben, aber das ganze hat wirklich allen gut geschmeckt und es blieb am Ende auch nichts übrig. Für das Lagerfeuer hatten wir ausreichend trockenes Holz bekommen und so stand einem gemütlichen Abend nichts entgegen. Selbst Petrus spielte mit - es blieb trocken und mild.

Der Sonntag war warm und trocken. Trotzdem verließen die meisten den Campingplatz, der geplante Urlaub war zu Ende. Ein Resumee: Nachdem der Münchner Campingclub keinen Vorstand mehr gefunden hat, wollen sich die Mitglieder uns häufiger bei Ausfahrten anschließen. Unsere Herbstausfahrt kommt ihnen dabei sehr gelegen. Und dass in Deutschland bedingt durch die Pandemie die meisten Freibäder nur noch eingeschränkt oder überhaupt nicht mehr zur Verfügung stehen, war bei der Talsperre kein Thema. Dieser See ist groß genug für alle. Und die Corona-bedingten Einschränkungen waren auf dem Campingplatz kaum zu bemerken. Jeder machte halt das beste aus der außergewöhnlichen Situation und dann klappt's.
Wie immer wurden auch viele Bilder gemacht. Bilder gibt es wieder in unserem Fotoalbum.

Abcampen auf dem Campingplatz in St. Heinrich am Starnberger See


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