ECCErlanger Campingclub e.V. im ADAC

Ausfahrten 2021

Ancampen auf dem Cpl. Bamberg

Auch dieses Jahr wütete das Corona-Virus noch in Deutschland und wir befanden uns mal wieder in einem "Lockdown". Campingplätze waren geschlossen, Ausflugsstätten ebenso und sonstige Events wie Dampfeisenbahn fanden auch nicht statt.
Damit fand das Ancampen bereits weit vor dem Beginn ein Ende und wurde erst garnicht ausgeschrieben. Vielleicht klappt es ja 2022.


ECC-Sommerausfahrt auf den Campingplatz Gitzenweiler Hof in Lindau i. B.

Bei schönem Sommerwetter trafen wir uns abends auf der Terrasse der Gaststätte auf dem Campingplatz. Es sollte eine richtige Sommerausfahrt werden, Schattenplätze waren gesucht.

Nach der obligatorischen Begrüßung an der Fahne (ja, wir hatten dieses Mal unsere neue Fahne gehisst) fuhren wir mit dem Stadtbus in die Innenstadt. Mit der im Fremdenverkehrsbeitrag enthaltenen Bodensee-Card war die Benutzung der Busse kostenlos und wir nutzten sie täglich. Private PKWs wurden nicht benötigt. Vor 3 Jahren hatten wir im Rahmen einer vom Münchner Caravan-Club durchgeführten Veranstaltung zwar schon einmal eine Stadtführung in Lindau gehabt. Aber nachdem es damals durchgehend regnete war es dieses Mal deutlich angenehmer. Coronabedingt waren auch deutlich weniger Touristen in der Stadt, was es für die vorhandenen einfacher machte. Nachdem wir mitten in der Stadt im Außenbereich einer Gaststätte gut zu Mittag gegessen hatten gingen wir gemeinsam in Richtung Bahnhof. Dort besuchten wir im Kunstmuseum noch die Sonderausstellung Marc Chagall Paradiesische Gärten. Wieder auf dem Campingplatz fanden wir auch noch eine schattige Ecke für unsere gemeinsame Kaffeetafel. Da wir bereits alle gegen SARS-CoV2 geimpft waren, brauchten wir uns um Abstandsregeln usw. nur wenig Gedanken zu machen.

Am nächsten Tag hatten wir eine Wildkräuterführung mit umfangreicher Verkostung bei Frau Heidi Prinz in Stockenweiler. Leider ist die Kommunikation zwischen Stadt- und Regionalbusfahrern verbesserungswürdig. Unser Stadtbus hatte schon bei der Abfahrt am Campingplatz ein technisches Problem was dazu führte, dass wir mit 5 Minuten Verspätung an der Endhaltestelle ankamen - und der Regionalbus schon weg war. Nachdem der nächste erst in über einer Stunde fuhr, spielte Herr Prinz mit seinem PKW Taxi und fuhr uns im Pendelverkehr von der Haltestelle zur Führung. Es wurde, auch durch die sehr sympathische Art von Heidi, noch ein lehrreicher Tag. Zum Essen gab es frisch gebackenes Brot sowie von uns unter fachkundiger Anleitung hergestellter Butter, frischen Kräuter-Produkten und Getränken. Es wurde jedenfalls jeder satt und geschmeckt hat es auch.
Dass es auch kundenfreundlich geht, bewies uns die Fahrerin des Regionalbusses auf der Rückfahrt. Die ließ uns an einer Stelle aussteigen, von der wir fast beim Campingplatz, aber zumindest bei einer Stadtbus-Haltestelle davor waren und erklärte uns den Weg. Somit ersparte sie uns den Umweg und den Zeitaufwand durch die Stadt und über den zentralen Umsteigeplatz. Wir waren dadurch wieder zeitig auf dem Campingplatz und konnten uns noch im Schatten eines Baumes zusammensetzen.

Der Mittwoch stand ganz im Zeichen des Wochenmarktes in Wangen/Allgäu. Auch dieser war mit unserer Bodensee-Card und den angeschlossenen Bussen gut erreichbar. Es ist zwar kein großer aber dafür sehr praxisnaher Markt, der von der Bevölkerung gut angenommen wird. Wir deckten uns mit frischen regionalen Produkten ein, gingen noch etwas essen und fuhren dann mit den Bussen wieder zum Campingplatz zurück. Da wir dadurch schon früh am Nachmittag wieder zurück waren, nutzen viele die Zeit noch für einen Besuch im platzeigenen Freibad.

Am Donnerstag ging es mit dem Stadtbus zum Hafen und von dort mit dem Schiff weiter nach Nonnenhorn. Thema des Tages und der Führung: "Käse trifft Wein". Begrüßt wurden wir mit einem Glas Bodensee-Secco und erfuhren dabei einiges über das kleine Weinanbaugebiet Bodensee. Im Ort gibt es noch einen großen und über 400 Jahre alten Torkel (Weinpresse). Hier gab es auch wieder diverse Wein- und Käsesorten zum Probieren. Nach einem guten und ausgiebigen Mittagessen in einer Gaststätte in Nonnenhorn ging es danach mit dem Schiff wieder zurück nach Lindau. Einige nutzten die Zeit noch, um in Lindau einzukaufen bevor wir uns später wieder auf dem Campingplatz trafen.

Für den Freitag hatten wir Karten zur Landesgartenschau gekauft. Deshalb fuhren wir gemeinsam zum Eingang. Leider war die Eingangsbeschilderung unübersichtlich, sodass einige bis zum Bahnhof weiterfuhren. Hier zeichnete sich die Busfahrerin nicht gerade durch Kundenfreundlichkeit aus. Deshalb verzögerte sich der Start unserer Führung etwas. Aber die Ausstellung ist überschaubar, deshalb kamen wir nicht in Zeitnot. Nach der offiziellen Führung konnte sich jeder noch selbst umschauen und ggf. etwas essen oder einkaufen. Die Rückfahrt zum Campingplatz organisierte jeder in eigener Regie, mit der Bodensee-Card ja kein Problem. und so langsam kannten wir uns ja mit den Bussen aus.

Pandemiebedingt wurden zwar keine Bodensee-Rundfahrten angeboten aber es gab eine Alternative. Wir fuhren mit dem normalen Kursschiff von Lindau über Wasserburg ins schweizerische Rorschach. In der Schweiz waren die Regeln lockerer, sodass es auf dem Schiff auch eine Verköstigung gab. Über Bordlautsprecher erfuhren wir auch viel Wissenswertes über die Region und den See. Von Rorschach ging es dann direkt wieder nach Lindau.
Für den Abend hatten wir wieder unseren großen Topf mitgenommen und nachdem jeder etwas zum gemeinsamen Abendessen beigetragen hatte, wurden auch alle satt. Bei diesem warmen Wetter wollte eh noch keiner in sein mobiles Zuhause. Am nächsten Morgen wurden wir dann sehr früh durch ein sehr lautes aber kurzes Gewitter geweckt. Damit wurde es dann auch nicht mehr so heiß.

Der Sonntag stand im Zeichen von Abbau, Aufräumen und nach Hause fahren. Insgesamt war es eine schöne Ausfahrt an der neben 8 Einheiten des ECC auch 5 Einheiten des ehem. Münchner Caravan-Clubs als Gäste teilnahmen. Wie immer wurden auch viele Bilder gemacht. Diese gibt es wieder in unserem Fotoalbum.

Abcampen auf dem Camping- und Freizeitpark LuxOase in Kleinröhrsdorf bei Dresden

Unser Abcampen führte uns dieses Jahr bei durchwachsenem Wetter bis an die polnische Grenze. Der Campingplatz LuxOase liegt etwa 20km nordöstlich von Dresden an einem Stausee. Nun ist diese Jahreszeit nicht mehr unbedingt Badesaison, aber einige ließen es sich nicht nehmen, es trotzdem zu versuchen. Am Anfang bei weit über 20°C war dies auch noch ganz angenehm aber am Mittwoch kippte das Wetter in Richtung Herbst. Dann blieb die 20°-Marke in unerreichbarer Höhe und baden wurde unattraktiv.

Die Anreise selbst war unspektakulär. Im Raum Chemnitz und Dresden gabe es zwar längere Staus durch Bauarbeiten, was aber hier normal ist. Zum Abendessen trafen wir uns im Restaurant Seeterrasse am Campingplatz. Das Essen war okay, der Service ist verbesserungsfähig. Wenn die Bedienung etwas schneller gewesen wäre, hätte der ein oder andere auch noch mehr konsumiert aber die Lieferzeiten waren einfach zu lang.

Am Montag ging es mit einem Doppeldeckerbus direkt ab dem Platz nach Dresden zur Stadtrundfahrt. In Dresden stiegen wir auf die vorhandenen Hopp-On/Hopp-Off-Busse um. An 22 Haltestellen konnte man hier seine Rundtour unterbrechen und 20 Minuten später mit dem nächsten Bus wieder weiterfahren. Insgesamt eine empfehlenswerte Option, um Dresden kennen zu lernen. Für das Mittagessen war im Gasthaus Hofbräu an der Frauenkirche für uns reserviert. Die Gaststätte ist recht klein und war durch uns voll belegt. Ebenso gibt es nur eine kleine Küche, aus der aber sehr gute Speisen zu moderaten Preisen kommen - und das auch ziemlich flott. Gut gestärkt ging es danach zu einem Stadt-Rundgang. Obwohl es keine großen Laufstrecken waren, schmolz unsere Truppe bis zum Schluss doch etwas zusammen. Am Führer kann es nicht gelegen haben. Er kannte sich aus und konnte auch alle Fragen zufriedenstellend beantworten. Noch eine Runde mit dem Riesenrad (zwecks der besseren Übersicht) und dann wartete auch schon unser Bus zum Campingplatz auf uns. Bei schönem Wetter blieb noch Zeit für ein gemeinsames Bier. Allerdings wurde es zum Abend dann doch recht frisch.

Der nächste Tag führte uns mit eigenen Fahrzeugen zum Schloss Pillnitz. Die einzelnen Fahrzeuge hatten wohl verschiedene Navis, aber schließlich ging unterwegs niemand verloren, auch wenn die Navis mit den vielen Baustellen und Umleitungen ihre Mühe hatten.
Im Schloss wurde uns zuerst mal die Entstehung der Anlage sowie viele Einrichtungsgegenstände gezeigt. Beeindruckend waren die Hochwasser-Markierungen in der Küche. Hier stand die Elbe zeitweise bis zur Decke, der Fluss war dabei gut 10 m über normal. Das Mittagessen gab am Anlegesteg der "Weißen Flotte", dem Restaurant "Elbblick". Da wir schon vorbestellt hatten, ging alles zügig und ohne Wartezeiten. Gut gestärkt fuhren wir wieder zum Campingplatz zurück. Bei diesem Wetter stand natürlich einer gemeinsamen Kaffeetafel nichts im Weg und wurde auch von vielen angenommen. Abends gab es dann von Frank Müller einen Vortrag über die Entstehung der "Weißen Flotte", zu der noch 9 Schiffe gehören. Aus Umweltgründen wird allerdings nicht mehr mit Kohle sondern mit emissionsarmem Diesel gefahren. Bei dem oft sehr niedrigen Wasserstand der Elbe bieten die verwendeten Schaufelrad-Dampfer doch einige Vorteile.

Für den nächsten Tag hatten wir einen Bus gemietet, der uns schon früh nach Meißen brachte. Trotz der vielen Staus schafften wir es doch, fast pünktlich anzukommen. Als erstes hatten wir eine Führung durch die Porzellanmanufaktur und die Schauwerkstatt. Danach schloss sich eine Stadtführung durch Meißen an. Meißen war früher die Hauptstadt Sachsens und auch die größte Stadt, bevor Dresden das Rennen für sich entschied. Aber die Stadt ist immer noch beeindruckend.
Zum Mittagessen mussten wir auf die andere Seite der Elbe. Dort war für uns in einer Winzerei eine Weinprobe (6 Weine) sowie eine Winzerplatte bestellt. Das Preis-/Leistungsverhältnis konnte uns nicht wirklich überzeugen. Die Weine sind alle sehr trockene Weine. Dies allein ist schon gewöhnungsbedürftig. Als wir wieder im Bus waren wollte aber keiner mehr zur Moritzburg, wie geplant, sondern nur noch zum Campingplatz zurück.

Den nächsten Tag ließen wir etwas ruhiger angehen. Erst um 13 Uhr begann die Führung durch das Museum der Bändchenweberei in Großröhrsdorf, etwa 6 km entfernt. Was sich so niedlich anhört umschreibt eine große Vergangenheit. Großröhrsdorf war das Zentrum der Bändchenweberei und umfasste über 30 Fabriken mit mehreren Tausend Arbeiter. Farbige Bandschnallen an Uniformen sind jedem ein Begriff. Nun sahen wir, wie diese hergestellt werden. Es können Bänder bis zu 30 cm Breite gewebt werden; auch Feuerwehrschläuche sind so machbar. Die Webmaschinen sind aus den letzten Jahrhunderten und werden vom Museumsverein engagiert gepflegt. Alle sind noch einsatzbereit. Dies wurde uns auch vorgeführt. Es muss in den Fabriken jedenfalls sehr laut zugegangen sein. Wer die Heimatromane von Karl May gelesen hat, kann diese nun besser verstehen. Jedenfalls eine hochinteressante Führung.

Am nächsten Morgen sitzen wir wieder im Bus. Dieses Mal fahren wir auf die Festung Königstein. Das Wetter ist leider nicht mehr so gut aber deshalb sind ja vielleicht auch weniger Besucher da. Wir bekommen eine Führung und haben danach noch genug Zeit, uns in eigener Regie umzusehen. Zum Mittagessen ist im Berghotel Bastei für uns reserviert und wir haben dabei eine schöne Sicht auf das Elbtal. Anschließend wandern wir noch ein bisschen auf den Zinnen der Bastei und geniesen die Aussicht bevor wir wieder mit dem Bus bergab fahren. In Wehlen steigen wir auf den Raddampfer "Pillnitz" um, der uns in etwas über eine Stunde wieder zum Schloss in Pillnitz bringt. Hier wartet bereits unser Bus und mit diesem fahren wir über Dresden wieder zum Campingplatz zurück. Inzwischen sind die Temperaturen so in den Keller gegangen, dass man schon heizen muss um es gemütlich zu haben. Ein Aufenthalt im Freien empfiehlt sich nicht mehr.

Am Samstag haben wir eine Führung durch das Museum Deutsche Kunstblume in Sebnitz. Es ist ein kleines Museum. Die dort hergestellten Kunstblumen sind sehr genau und werden alle in Handarbeit hergestellt. Für den Massenverkauf sind sie allerdings zu teuer. Deshalb ist diese Industrie sehr stark geschrumpft. Beeindruckend ist die Führung jedoch allemal. Für Kinder wird sogar ein "Mitmachtag" angeboten. Hier können Kinder ihre eigenen Blumen basteln und mitnehmen.
Für den Abend hatten wir die platzeigene Grillhütte reserviert. Hier hatten alle einen wind- und regengeschützten Platz. Wir hatten genug Fleisch und Salate gekauft, sodass zwar fast nichts übrig blieb aber, als Wichtigstes, wirklich alle satt wurden. Als das Grillfeuer runtergebrannt war, wurde es dann in der Hütte recht frisch und wir verzogen uns wieder in unsere rollende Mobilheime.

Der Sonntag war dann wieder Reisetag. Alles abbauen, verstauen, Platzgebühr bezahlen (wir haben als Gruppe sogar einen schönen Rabatt bekommen) und Kleinröhrsdorf wieder verlassen. Bei Chemnitz gab es wieder den erwarteten Stau aber danach ging es zügig nach Hause.

Resumee: Für Helmut war es die erste Ausfahrt als Organisator und er hat den Test mit Bravur bestanden. Der Campingplatz LuxOase liegt etwas abseits, Restaurants sind selten und der Service im Platz-Restaurant nicht schlecht, aber mit genug Luft nach oben. Kostenloses WLAN ist auf vielen Plätzen vorhanden, SAT-Empfang mit fester Antenne häufig nicht möglich, da die Bäume inzwischen zu hoch sind. Mit portabler Antenne oder DVB-T2 geht es aber. Die Sanitäranlagen sind sehr gut - großzügig, gut ausgestattet und sauber. Ebenso werden vom Platz Ausflüge organisiert und durchgeführt. Als Besichtigungsplatz für Dresden und die Lausitz ist dieser Platz sehr empfehlenswert.
Insgesamt wurde die Ausfahrt mit 19 Wohnwagen/Wohnmobilen und insgesamt 34 Personen gut angenommen.
Wie immer wurden auch viele Bilder gemacht. Diese gibt es wieder in unserem Fotoalbum.


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