ECCErlanger Campingclub e.V. im ADAC

Ausfahrten 2017

Ancampen auf dem Waldbad-Camping in Isny/Allgäu

Das Ancampen bestand wieder aus zwei Teilen, dem Ancampen der bay. ADAC-Campingclubs, veranstaltet vom Campingclub München, und unserem Ancampen. Der erste Teil fand auf dem Campingplatz Park-Camping in Lindau statt. Da wir dabei ja nur Gäste waren, ist auf dieser Seite kein Bericht darüber (evtl. Seite des CC München). Wettermäßig hatten wir so ziemlich alles: geschlossene Schneedecke bei der Anreise, T-Shirt-Wetter am Samstag auf dem Pfänder und Dauerregen bei der Stadtbesichtigung von Lindau.
Nach dem 'großen' Treffen fuhren wir am Dienstag weiter nach Isny. Das Wetter war ganz passabel (Temperaturen im 2-stelligen Bereich und etwas Sonne). Von Lindau nach Isny sind es nur rund 35 km, sodass die meisten vor der Mittagspause bereits auf dem Platz ankamen. Und nachdem nachmittags dann wirklich die Sonne schien, stand auch unserer gemeinsamen Kaffeetafel im Freien nichts mehr im Weg. Die Campingplatz-Gaststätte hatte ja heute eigentlich Ruhetag, aber der griechische Wirt freute sich über eine solch große Gruppe und beschloss, seinen Ruhetag zu verschieben. Somit hatten wir einen gemütlichen Abend in der Gaststätte.

Vortrag mit Blick in die Käserei
Nur wenige Gehminuten vom Campingplatz entfernt befindet sich die Käsküche Isny. Dies ist eine Käserei, die sich ganz auf Bio eingestellt hat. Dies bedeutet, dass die angeschlossenen Bauern weder Antibiotika noch Kunstdünger einsetzen dürfen.

Einige Kostproben für uns
Ebenso haben es die Kühe etwas besser: sie dürfen länger leben und sind nicht so hochgezüchtet. Aber letzendlich landen auch sie irgendwann auf dem Grill. Bis dahin haben sie jedoch mehr Auslauf. Milch und der daraus erzeugte Käse sind natürlich teurer als im Supermarkt, dafür aber qualitativ besser. Dies wurde uns bei einer Führung durch die Käserei und davor durch einen entsprechenden Vortrag genau erläutert. Gleichzeitig gab es genug Kostproben. Da der Käse seine Zeit zum reifen braucht, gibt es im Keller mehrere Räume, in denen er gelagert wird.

Teilansicht der Lagerräume
Hier wird nicht nur dafür gesorgt, dass Temperatur und Luftfeuchtigkeit immer gleich sind, er wird auch regelmäßig gewendet und mit einer Salzlauge eingeschmiert. Dies sorgt für eine gleichmäßige Reifung. Natürlich gehört zu so einer Käserei auch ein Hofverkauf. Hier konnte man die Kostproben auch in größeren Mengen kaufen und wir machten reichlich Gebrauch davon. Ich denke, es war für beide Seiten ein erfolgreiches Geschäft.

Eingang zum Dethleffs-Werk in Isny
Für einen Camper ist Isny aber auch die Heimat bzw. Wiege des Campings. Hier wurde vor fast 100 Jahren durch Arist Dethleffs der erste Wohnwagen konstruiert und bei seinen Handlungsreisen auch kräftig genutzt. Seine Kunden interessierten sich bald mehr für diesen Reisewohnwagen als für seine Lederprodukte, sodass er anfing, diese Wagen in Kleinserie herzustellen. Irgendwann wurde dies dann zum Hauptgeschäft und der Verkauf der anderen Sachen wurde eingestellt. Inzwischen ist das Dethleffs-Werk in Isny das größte Werk für Wohnwagen und Wohnmobile in Europa und es wächst permanent weiter. Für nächstes Jahr ist die Inbetriebnahme eine neuen Fertigungshalle schon geplant. Inzwischen hat es schon mehr als 1.000 Mitarbeiter. Wir bekamen einen Vortrag über die Entwicklung des Werks sowie eine umfangreiche Werksführung. Leider ist innerhalb des Werkes fotografierverbot, sodass keine Fotos davon vorliegen. Trotzdem war es sehr interessant und die Leute sind sehr engagiert und beantworten alle Fragen. Wir konnten sehen, dass permanent weiterentwickelt wird. Die Wohnwagen von heute sind dadurch schon deutlich fortschrittlicher als vor einigen Jahren (allerdings auch deutlich teurer). Am Schluss hatten wir noch die Möglichkeit, in der Werkskantine günstig zu Mittag zu essen. Im Werk ist keine Besichtigung der fertigen Produkte möglich. Dazu gibt es in der Nähe noch ein entsprechendes Verkaufszentrum, das wir ebenfalls besuchten. War das Wetter den ganzen Tag auch recht unfreundlich (etwas Regen, Wind, 12°C) hatte Petrus dann doch mit uns erbarmen. Es klarte auf und bei fast wolkenlosem Himmel konnten wir die Sonne und unsere Kaffeetafel im Freien geniesen. Später am Abend trafen sich dann noch einige in der Camping-Gaststätte.

einer von 2 Sudkesseln
Heute besuchten wir die Brauerei Stolz in Isny. Es handelt sich hierbei um eine kleine Familienbrauerei, die sich schon seit vielen Generationen im Familienbesitz befindet. Der Senior-Chef erklärte uns den gesamten Weg der Bierherstellung.

neuere Kühlkessel

alte Kühlkessel

Fass-Abfüllung
Nun ja, wir haben schon einige Brauereien besichtigt und bei uns in Franken ist dies ja auch schon alleine aufgrund der Vielzahl von Brauereien auch problemlos möglich. Hier in der Brauerei Stolz ist das ganze noch etwas übersichtlicher, da nur wenige Biersorten gebraut werden. Alkoholfreies Bier oder gar Exoten sucht man hier vergeblich. Anschließend hatten wir die Möglichkeit, die Biere zu verkosten, wobei dies recht einfach gelöst wurde: von jeder Sorte standen Kästen bereit aus denen man sich einfach bedienen konnte. Zu der Brauerei gehört auch eine Brauerei-Gaststätte. In diesem Fall der zur Familie gehörende Brauereigasthof Engel. Dieser rundete die Brauereiführung mit frischen und sehr guten Speisen ab und ist einen Besuch, auch ohne Führung vorher, wert. Da das Wetter insgesamt ordentlich war, fehlten einige bei der spätnachmittäglichen Kaffeetafel. Sie hatten das Wetter genutzt, um sich noch andere interessante Orte anzusehen. Für den Abend war dann auch nichts mehr geplant.

das Gartenhaus beim Kurhaus
Der Samstag war als schönster Tag der Woche angepriesen. Wir nutzten ihn für eine umfangreiche Stadtführung durch Isny. Dabei mussten wir erkennen, dass Isny, das für mehrere 100 Jahre freie Reichsstadt war, wirklich einen Besuch wert ist. Zuerst machte uns der Fremdenführer mit der wechselvollen und interessanten Geschichte der Stadt vertraut. Isny war bereits im Mittelalter eine reiche Stadt. Den Reichtum hatte sie sich hauptsächlich durch die Fabrikation und den Handel mit Leinen erworben. Wir besichtigten die prunkvolle Klosterkirche sowie die etwas schlichtere Stadtkirche. Beide waren allerdings bei dem großen Brand 1632 total zerstört worden. Sie wurden aber danach bald wieder aufgebaut.

Wehrgang in der Stadtmauer

der Wasserturm
Nachdem Isny 1365 freie Reichsstadt geworden war, durfte auch eine Stadtmauer gebaut werden. Diese ist heute noch gut zur Hälfte vorhanden und einige 100 m sind auch begehbar. Im Wassertor besichtigten wir zuerst das Gefängnis. Allerdings konnten wir dies nun durch einen Seiteneingang betreten. Früher war der einzige Zugang ein Loch in der Decke, durch das der Gefangene mit einem Strick in sein Verlies hinunter- (und wenn er Glück hatte irgendwann auch wieder hinauf-) gelassen wurde. Auf alle Fälle eine kalte Angelegenheit (auch heute).

ehemalige Klosterkirche
Vom Wasserturm gingen wir weiter zur Stadtmauer, wo wir in Höhe des Grabenweihers den Zugang zum Wehrgang nutzten. Diesen konnten wir nun bis zum Speicherturm gehen, danach ist dieser Weg nicht mehr nutzbar. Wir gingen deshalb entlang der unteren Stadtmauer bis zum Espantor.

altes Fachwerkhaus
Hier befindet sich ein sehr gut restauriertes altes Fachwerkhaus. Es ist aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts und damit eins der ältesten Wohnhäuser. Nach der Reformation diente dieses Haus bis 1875 als evangelisches Pfarrhaus.

Kachelofen im Rathaus
Als nächsten aber auch letzten Punkt unserer Stadtführung besichtigten wir das Rathaus. Es ist eine Verbindung von drei ehemaligen Patrizierhäusern. Teile davon stammen noch aus dem 15. Jahrhundert. Sehenswert ist die frühgotische Säulenhalle aber auch der Winterthurer Fayence-Kachelofen aus dem 17. Jahrhundert mit Darstellungen zur biblischen Jakobsgeschichte und den Tugenden eines Kaufmanns.

Nachdem inzwischen die Sonne schien, ließen wir uns mit dem Rückweg zum Campingplatz etwas Zeit. Ein Eis in der Sonne machte bei diesem Wetter richtig Spaß. Auf dem Campingplatz erfuhren wir dann von einer Unwetterwarnung - Starkregen wurde angekündigt. Nachdem das Regenradar uns noch etwas Zeit ließ, bauten wir in aller Ruhe die Vorzelte, Fahne, usw. ab und verstauten die Sachen trocken im Wohnwagen. Danach hatten wir noch Zeit für unsere übliche Kaffeetafel im Freien. Allerdings fing es dann gegen 17 h zu regnen an, jedoch kein Starkregen, sondern ganz normaler Landregen. Aber egal, es war alles verpackt und für den Abend hatten wir eh in der Camping-Gaststätte reserviert.
Resümee: Es war eine gelungene Veranstaltung. Von geschlossener Schneedecke bis T-Shirt-Wetter bei fast 20°C und Sonne sowie manchmal ergiebigem Regen war alles geboten. Auch die Beteiligung war nicht schlecht. Beim ersten Teil in Lindau waren wir 6 Einheiten (nur ECC), beim zweiten Teil in Isny waren wir dann bis zu 11 Einheiten. Offensichtlich hatte die angekündigte Werksführung bei Dethleffs doch den ein oder anderen zur Mitfahrt motiviert.

Sommerausfahrt auf den Campingplatz "Romantische Straße" in Dinkelsbühl

Unser Ancampen stand dieses Mal im Zeichen des BR (Bayerischen Rundfunks). Eine Moderatorin sowie 2 Kameraleute begleiteten uns 24 Stunden und zeichneten mal auf, was so ein Campingclub macht. Vorweg: es war sehr interessant aber auch sehr anstrengend. Aber das liegt wohl in der Sache. Die BR-Leute waren durchaus sympathisch und nett.
Glück hatten wir mit dem Wetter. Von einem kurzen Regentag abgesehen, der aber bei angenehmen Temperaturen gut auszuhalten und bei dem es ab Mittag auch wieder trocken war, hatten wir hochsommerliches Wetter. Die zahlreichen und heftigen Gewitter zogen im Norden und Süden an uns vorbei.

Die Anreise erfolgte schon bei Temperaturen von über 30°C und für die Kaffeetafel suchten wir uns einen schattigen Platz unter den Bäumen. Insgesamt passierte an diesem Tag nicht mehr viel. Einige zog es noch in den großen Badesee am Platz, der mit angenehmen Temperaturen für etwas Abkühlung sorgte. Er war auch die nächsten Tage 'mein' Rückzugsraum.
Zum Abendessen trafen sich fast alle in der Camping-Gaststätte. Wer noch Reste von zuhause vernichten musste, kam später wenigstens auf ein Bier nach.

Am nächsten Morgen war nach der offiziellen Begrüßung an der Clubfahne erstmal kein Programm geplant. Bei der Hitze bot sich der See direkt an und wurde auch genutzt. Am Nachmittag fuhren wir in die Stadt. Hier hatten wir eine einstündige Stadtführung gebucht. Die Führerin, Frau Schürlein, hätte auch locker mehrere Stunden durchgehalten. Sie kannte die Stadt wirklich sehr gut und konnte auch viel erzählen. Allerdings hatten wir im Hotel Eisenkrug schon für das Abendessen reserviert. Eigentlich war ein Ritteressen geplant, aber bei diesen Temperaturen stand es nur sehr wenigen nach Haxe & Co. Zum Glück klappte die Stornierung des Essens problemlos, sodass wir uns zur vereinbarten Zeit auf der Terrasse des Hotels zum Abendessen à-la-Carte einfanden. Und bei diesem Wetter schmeckten Pfifferlinge usw. einfach besser. Später fanden wir uns alle beim Münster ein. Hier startete die Tour des Nachtwächters. Diese war schon recht urig. Dass der Nachtwächter viel über seine Aufgaben berichten konnte und auch überall seine Lieder ertönen ließ, war ja noch normal. Dass diese Touren aber von Gaststätte zu Gaststätte gingen und beim 2. Blasen seines Horns auch gleich der Ober mit Getränken erschien, war schon etwas besonderes. So kamen wir in den kostenlosen Genuss von verschiedenen Weinen und Bieren. Für die PR der Stadt eine positive Einrichtung und bei diesem Wetter machte es besonders viel Spaß.
Später zogen dann doch Wolken auf und in der Nacht regnete es etwas.

Obwohl es am nächsten Tag regnete (die Temperaturen waren aber immer noch sommerlich), fuhren viele mit den Fahrräder in die Stadt. Wir besichtigten die Töpferei Kien in Dinkelsbühl. Herr Kien erklärte uns viel über die Kunst der Töpferei; kein Wunder, ist er doch Töpfermeister. Davon gibt es in Deutschland nicht sehr viele. Gleich in der Nähe war das Kunstatelier von Renate Weber. Sie ist ebenfalls eine Künstlerin. Und dies konnten wir an den vielen Gemälden und Ausstellungsstücken in ihrem Atelier auch selbst feststellen. Bei beiden konnte im den Ausstellungsräumen auch gekauft werden, was auch erfolgte. Jetzt war es Zeit zum Mittagessen. Geplant war eine Brauereiführung und ein Essen im Gasthof Weib's Brauhaus. Die Brauereiführung musste ausfallen, da der Braumeister nach einer Augenoperation noch nicht wieder einsatzbereit war. Aber das Essen hat trotzdem hervorragend geschmeckt. Danach fuhren wir zum Platz zurück.
Für den frühen Nachmittag hatte sich ein Team des BR angemeldet. Sie wollten ihre Reportage, die für die Frankenschau bestimmt war, mit unserer Kaffeetafel anfangen. Leider hatten sie kurz vor Dinkelsbühl einen Auffahrunfall, sodass sie mit etwas ramponiertem Fahrzeug etwas verspätet ankamen. Zum Glück war niemand verletzt. Die Kaffeetafel war schon im vollen Gange, sodass sie den Anfang verpassten. Aber wir waren etwas im Zeitdruck. Nach einigen Interviews fuhren das Team und ich zum Einkaufen. Wir wollten alles für den Grillabend besorgen. Ich hatte am Vortag im Edeka-Center schon für eine Drehgenehmigung gesorgt, sodass dies auch problemlos über die Bühne ging. Die anderen Kunden schauten schon etwas verdutzt als die Dreharbeiten liefen. Als ich mit der Moderatorin gefühlt zum 5. Mal den Markt verließ, fragte mich ein anderer Kunde, ob wir immer soviel Aufwand beim Einkaufen machen würden. Im Grunde hatte er Recht, aber das gehört wohl zum TV-Geschäft. Jedenfalls schafften wir es schließlich doch, mit Brot und Fleisch usw. wieder auf dem Campingplatz anzukommen.
Hier begann ich gleich mit den Grill-Vorarbeiten. Auf dem Campingplatz gibt es eine schöne Grillecke am See. Diese hatte der freundliche Platzwart für uns schon hergerichtet. So konnte ich gleich das Feuer anzünden. Pünktlich zum Grillbeginn kamen dunkle Wolken und es regnete etwas. Aber gleich daneben gibt es ein großes Partyzelt, in das dann alle wanderten. Zum Essen war das Zelt nicht schlecht, da es hier auch Strom und damit Licht gab. Der Regen war aber schnell vorbei, sodass der weitere Abend wieder im Freien verbracht werden konnte. Um 21 Uhr verließ uns das Kamerateam. Sie hatten ein Zimmer in der Stadt reserviert. Kerstin, die Moderatorin, übernachtete bei uns bei Freunden im Wohnmobil.

Für den Samstag war ausnahmsweise (und für die Kamera) ein gemeinsames Frühstück geplant. Dafür hatte ich Brötchen bestellt und holte diese auch gleich frühmorgens in der Bäckerei ab. Beim Frühstück waren alle, auch das Kamerateam, wieder zusammen. Gut gestärkt hatten wir nun einen Besuchstermin in der Bildhauerwerkstatt von Gerhard Engerer. Aber so einfach dort hinfahren war nicht. Wir wurden bei der Ausfahrt vom Campingplatz und bei der Ankunft bei der Werkstatt gefilmt. Dies bedeutet, dass wir mehrmals abfahren und auch wieder ankommen durften, bis die Kameraleute zufrieden waren. Gerhard Engerer macht Kunstwerke aus Holz, wobei er diese immer aus einem Stück herstellt. Entsprechend große Holzstücke liegen bei ihm im Lager. Stammdurchmesser von deutlich mehr als einem Meter sind normal. Die Anlieferung erfolgt auch immer mit Tieflader und Kran. Danach durften wir mit den Fahrräder noch etwas in Dinkelsbühl rumfahren (Straße rauf und runter). Auch hier solange, bis die Kameraleute zufrieden waren. Wieder auf dem Campingplatz simulierten wir noch ein Ende der Veranstaltung für die Kamera (Schlussrede, Fahne einholen, usw.). Aus ca. 100 Minuten gedrehtem Film sollten nun ca. 5 Minuten für die Frankenschau entstehen. Den Themenschwerpunkt konnte uns allerdings noch niemand so genau sagen. Wir sind gespannt, was da gesendet wird.
Das BR-Team war nun wieder weg und es wurde ruhiger und entspannter. Die Kaffeetafel zog sich angesichts einiger nachgeholter Geburtstagsfeiern bis in den Abend hin. Wegen des etwas unsicheren Wetters bauten einige auch gleich ihre Vorzelte und -dächer ab. Der Abend verlief sehr ruhig.

In der Nacht hatte es nicht mehr geregnet, sodass wir nach dem nun offiziellen Ende unser Vordach auch trocken einpacken konnten. Bis Mittag hatten alle den Platz wieder verlassen. Es war mal eine andere Ausfahrt als sonst aber wie anfangs schon gesagt: interessant und anstrengend.
Natürlich haben wir auch wieder viele Fotos gemacht. Eine Auswahl davon gibt es auf unserem Fotoalbum.

Ach ja, der Film wurde am 30.07.2017 in der Frankenschau ausgestrahlt. Wer die Sendung verpasst hat, kann sie sich hier direkt ansehen. Aus 100 Dreh-Minuten wurden immerhin 7 Minuten 40 Sekunden Sendezeit.


Abcampen auf dem Campingplatz "Murner See" in Wackersdorf

Das Abcampen des ECC fand dieses Jahr im Landkreis Schwandorf statt. Wackersdorf ist vielen ja noch wegen der Proteste rund um die WAA in 1980er-Jahren bekannt. Nun ja, das ist Geschichte. Aber fest steht, dass Wackersdorf dadurch viel gewonnen hat. Durch die danach folgenden Industrieansiedlungen gehört der Ort heute zu den reichsten Gemeinden Bayerns. Aber auch schon früher war es keine arme Gegend. Die großen Braunkohlevorkommen sicherten der Bevölkerung ein angenehmes Leben.

Anreise war am Dienstag bei sehr schönem Wetter. Die Kaffeetafel konnte im Freien stattfinden. Allerdings wurde es nach Sonnenuntergang schnell kühl. Abends fanden wir uns dann im Restaurant Seerano im Eingangsbereich des Platzes ein.

War der Dienstag noch trocken und relativ warm, änderte sich das Wetter über Nacht. Der Besuch der Fischzuchtanlage von Marco Mulzer in Oberweiherhaus hätte auch den Fischen gefallen. Es regnete mehr oder minder die ganze Zeit. Das störte aber niemanden. Für draußen waren die meisten mit Schirm ausgerüstet und in der Fischzuchthalle war es ja zumindest von oben trocken. Hier werden die Fische nochmals eine Zeit gehalten bis sie verkauft werden. Den Abschluss unserer Besichtigung krönte ein Mittagessen, das aus Fischfilet (Saibling, Forelle) und Fischpaste als Vorspeise und aus Fischbrätling mit Kartoffelsalat bestand. Anschließend konnten wir noch frisch geräucherten Fisch einkaufen. Wegen des schlechten Wetters fand keine Kaffeetafel statt aber die meisten waren abends wieder im Restaurant.

Am Donnerstag fuhren wir zum Heidelbeerhof Mulzer (nicht verwandt mit dem Fischzüchter) nach Naabsiegenhofen. Es regnete immer wieder als wir zu den Plantagen gingen. Die eigentliche Ernte war ja schon lange abgeschlossen. Da aber die Familie Mulzer großen Wert auf Qualität legt, hingen noch viele Beeren an den Sträuchern. Wir konnten uns also davon überzeugen, dass diese nun recht geschmacksneutral waren und deshalb nicht mehr gepflückt wurden. Auf den Bildern schauen sie aber noch gut aus. Im großen Vorführraum zeigte uns Frau Mulzer eine Powerpoint-Präsentation über die Plantage, die Ernte sowie einige Bilder über die nähere Umgebung. Der zum Probieren ausgeschenkte Heidelbeerwein war prima und wurde auch gerne gekauft. Als Mittagessen gab es frischen Leberkäs mit Kartoffelsalat und Brot. Die Kaffeetafel fiel auch heute dem Regen wieder zum Opfer.

Am nächsten Tag ging es pünktlich um 9 Uhr mit dem Bus zu einer geführten Tour durch das Oberpfälzer Seenland. Dabei konnten wir feststellen, dass dieses Ausflugsgebiet wirklich einen Urlaubsaufenthalt wert ist. Die früheren Braunkohleabbaugebiete wurden zum größten Teil geflutet und es entstand das bekannte Seenland mit Segel-, Angel- und Schwimmmöglichkeiten. Es regnete zwar kaum noch, aber die Sonne traute sich auch nicht so richtig aus ihrer Wolkendeckung. Wir erfuhren sehr viel über die Entstehung und die Geschichte dieser Region. Im Rahmen des Braunkohleabbaus musste auch Wackersdorf vom alten Standort weichen. Da aber die Bewohner mit großzügigen Bauplätzen und Geld abgefunden wurden und der neue Ort nicht weit entfernt wieder aufgebaut wurde, hielt sich der Protest in engen Grenzen. Geschichte schrieb der Ort mitten der 80er Jahre, als der Bau einer Wiederaufbereitungsanlage für abgebrannte Kernstäbe aus Atomreaktoren gebaut werden sollte. Hier gab es massive Proteste. Aber Atomkraftwerke waren bereits auf dem absteigenden Ast und mit dem Tod von Franz-Josef Strauß, einem der Hauptverfechter der AKWs, wurde das Projekt begraben. Heute steht noch die vorher gebaute Halle, die als Lagerraum für die Brennstäbe vorgesehen war. Sie hat rund 4 Meter dicke Wände und ist gegen so ziemlich alles gesichert. Später hat man festgestellt, dass die gleichbleibende Temperatur von 8°C ideal für die Lagerung von Carbon ist. Dieses wird in dem daneben liegenden BMW-Werk beim Autobau benötigt. Somit ist auch diese Halle wieder einem sinnvollen Zweck zugeordnet und alle sind zufrieden. Wie überhaupt: WAA und AKW sind in dieser Gegend heute keine Themen mehr und die Jüngeren können mit den Begriffen meist nicht mehr viel anfangen. Ein Besuch des Erlebnisparks Wasser-Fisch-Natur am Murner See rundete die Besichtigungstour ab und jetzt zeigte sich auch die Sonne wieder. Die Kaffeetafel konnte also wieder im Freien stattfinden.

Ein Besuch im historischen Felsenkeller in Schwandorf, Bayerns größtem Felslabyrinth, stand für Freitag auf dem Programm. Die Führung, auf der wir sehr viel über die Entstehung und den Sinn dieser Keller erfuhren, dauerte 1,5 Stunden. Stand am Anfang noch die Lagerung von Bier und sonstigen verderblichen Waren im Vordergrund, retteten sie im Krieg als Luftschutzkeller viele Menschenleben. Heute werden sie noch für Veranstaltungen genutzt. Im Brauerei-Gasthof Schmidt Bräu am Marktplatz konnten wir uns anschließend bei großen und guten Portionen nach der Besichtigungstour wieder stärken. Kaffeetafel und Abendessen im Seerano fanden dann noch wie geplant statt. Einige fingen schon mit dem Abbau der Zelte an.

Bis zum offiziellen Ende und Flaggeneinholen am Sonntag um 10 Uhr hatten schon fast alle komplett abgebaut, sodass sich der Platz schnell leerte; zumindest der "ECC-Teil". Nicht nur eine interessante Ausfahrt ging zu Ende, konnten wir doch auch auf ein turbulentes Jahr zurückblicken. Fotos gibt es wieder auf unserem Fotoalbum.


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